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  Glossar
Fachliche Grundlagen > Genese und Geogenese > Geogenetische Definition > Lockergesteine

Ausfällungsbildungen

Einleitung
KATZSCHMANN, L.
(überarbeitete Version, basierend auf Hinze et al. 1989)
 
Unter Ausfällungsbildungen werden hier Sedimentgesteine subsumiert, die in terrestrischem Umfeld an oder in der Nähe der Erdoberfläche durch Ausfällung aus wässrigen Lösungen entstehen. Ausfällungsgesteine in Höhlen (z.B. Höhlensinter) werden bei den Höhlenbildungen beschrieben.
 
Von gesteinsbildender Bedeutung sind vor allem Eisenverbindungen und Kalziumkarbonat.
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Liste Geogenetische Definitionen für Lockergesteine

Überbegriffe -

Unterbegriffe Kalkausfällungen
Eisen/Mangan-Ausfällungen
Kieselsinterbildungen

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Status gültig
Kürzel c
Erläuterung Chemisch durch Ausfällung aus wässrigen Lösungen entstandene Gesteine
Synonyme Krenogenes Sediment; Präzipitäres Sediment; Chemische Bildungen (z.T.)

Kategorisierung petrogenetisch
Englisch anorganic precipitation
Zusammensetzung / Merkmale Unter Ausfällungsbildungen werden hier Sedimentgesteine subsumiert, die in terrestrischem Umfeld an oder in der Nähe der Erdoberfläche durch Ausfällung aus wässrigen Lösungen entstehen. Von gesteinsbildender Bedeutung sind vor allem Eisenverbindungen und Kalziumkarbonat. Zu den Ausfällungsbildungen werden rötlichbraune bis dunkle, zumeist poröse, lockere bis verfestigte Eisen-/Manganausfällungen (z.B. Raseneisenstein, Ortstein); zumeist grauweiße bis beigebraune, erdige, grobporöse bis fast dichte, massige Kalkgesteine (z.B. Wiesenkalk, Travertin) und für Mitteleuropa sehr untergeordnete Kieselausfällungsgesteine (SiO2-sinter precipitation; z.B. Geyserit (Kieselsinter/Opalsinter); Ausfällungsbildung aus meist amorpher Kieselsäure als lockere bis verfestigte, poröse bis dichte, überkrustende oder konkretionäre, zumeist weiße Ablagerungen) gezählt.
Entstehung Ausfällungsbildungen entstehen in terrestrischem Umfeld an oder in der Nähe der Erdoberfläche durch Ausfällung aus kalten und/oder heißen wässrigen Lösungen.
Eisenausfällungen entstehen in großflächigen Grundwasseraustritten (z.B. Quellen, feuchte Niederungen), in denen Grundwässer mit hohem Gehalten an gelösten zweiwertigen Eisenverbindungen an die Oberfläche treten und dort hydroxidische Eisenverbindungen ausfallen (Eisenocker). Sie werden auch in grundwasserbeeinflussten Gesteinen gebildet. Treten dort eisenreiche Grund-, Sicker- bzw. Bodenwässer innerhalb des Schwankungsbereiches der Grundwasseroberfläche mit sauerstoffhaltiger Bodenluft in Kontakt, führt das zur Ausfällung von hydroxidischen Eisenverbindungen.
Kieselausfällungsgesteine werden gebildet, wenn kieselsäurereiche wässrige Lösungen einer Veränderung der physikalisch-chemische Bedingungen unterliegen. Dies ereignet sich z.B. durch Temperaturabsenkung an heißen Quellaustritten und führt zur Fällung von Opal. Beispiele sind die Geysire Nordamerikas.
Süßwasserkarbonate können entstehen durch Ausfällung von Kalziumkarbonat innerhalb von Gesteinen in Oberflächennähe z.B. beim Kapillaraufstieg kalkhaltigen Grundwassers (z.B. Wiesenkalk) oder durch Ausfällung an oder im Umfeld von natürlichen oder künstlichen Grundwasseraustrittstellen (Quellen, Teiche) sowie Wasserfällen (z.B. Travertin). Erwärmung des kühlen Grundwassers und Druckentlastung führen zu CO2-Verlust und damit zur Karbonatausfällung. Vielfach spielt auch die assimilierende Tätigkeit von Pflanzen und Mikroorganismen bei der Entstehung eine Rolle.
Bildungsprozess • prezipitär
Bildungsraum terrestrisch
• limnisch
• fluviatil
• Quelle/Grundwasseraustritt
• subhydrisch
• subterran
• „Boden“
Bildungsmilieu sedimentär
Süßwassermilieu
Abgrenzung Chemische Höhlenablagerungen (z.B. Höhlensinter) sind auch den Ausfällungsbildungen zuzuordnen. Aus bildungsräumlichem Zusammenhang werden sie extra aufgelistet.
Literatur AD-HOC-AG BODEN, Bodenkundliche Kartieranleitung, 5. Auflage, 438 S., 41 Abb., 103 Tab., 31 Listen, Hannover 2005
FRIESEL, P. (1984): Untersuchungen zu Teilprozessen der Podsolierung. Diss.: 160 S., 43 Abb.; Kiel.
Füchtbauer, H. (Hrsg.) (1988): Sediment-Petrologie / Sedimente und Sedimentgesteine: Sediment-Petrologie, Teil II. – 1141 S., Schweizerbart (Stuttgart).
Kamradt, I. (2002): Die thüringischen Travertine – Verbreitung und Genese am Beispiel ausgewählter Vorkommen. Shaker Verlag.
D’Argenio, B. & Ferreri, V. (1987): A brief outline of sedimentary models for pleistocene travertine accumulation in southern italy. – Rend Soc It, 9:167-170.
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Koban, C.G. &Schweigert, G. (1993, in press): Süddeutsche Travertinvorkommen im Vergleich—Stuttgarter Travertine (Mittel-Pleistozän) und Riedöschinger Travertin (Mittel-Miozän). —N. Jb. Geol. Paläont., Abh.,189, 171–197, Stuttgart.
Pentecost, A. (2005): Travertine. – 459 S., Springer.
SCHEFFER, F. & SCHACHTSCHABEL. P. (2018): Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Aufl.: 575 S., 186 Abb.; Stuttgart (Spektrum).
SITSCHICK, H., LUDWIG, F., WETZEL, E., LUCKERT,J. & T. HÖDING (2005): Raseneisenerz - auch in Brandenburg ein mineralischer Rohstoff mit bedeutender wirtschaftlicher Vergangenheit. Brandenburg. Geowiss. Beitr. 12, 1/2, S. 119-128, Kleinmachnow.
SPAZIER, I. (1999): Neue Ergebnisse aus dem germanischen Eisenverhüttungszentrum Wolkenberg. In: Ausgrabungen im Niederlausitzer Braunkohlenrevier, S. 97-104, Pritzen
ZWAHR,H., GRANITZKI,P.,SCHOMBURG,J. & J. ZANDER (2000): Quartäres Raseneisenerz in Mecklenburg-Vorpommern – Genese, Stoffbestand, Vorkommen und Nutzung. Brandenburg. Geowiss. Beitr. 7, 1/2, S. 83-91, Kleinmachnow.
VIDAL, H. (1964): Subhydrische Bildungen. In: BRUNNACKER, K. et al.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1 :25000, Blatt Nr. 7736 Ismaning: 71-86; München.
Bearbeitung Erstbearbeitung : HINZE, C. Mai 1985
Neubearbeitung: Katzschmann, L. 2022

Abbildung 1
Abb. 232-1: Raseneisenstein Nudow (Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg) Foto: N. Hermsdorf
Abbildung 2
Abb. 232-2: gelblichgrauer, massiger, deutlich geschichteter Travertin, Steinbruch Weimar Ehringsdorf (Unterer Travertin, Saalekomplex), Wandhöhe ca. 6m.

Inspire Code
Genutzt für BoreholeML Ja
Begriffs-ID 232
Eltern-ID
Hierarchie 1
Änderungsdatum 20.01.2023

Link https://www.geokartieranleitung.de/desktopmodules/gkalist/api/77470fad-5041-43ba-8cbb-1644b314cf2e
Excel https://www.geokartieranleitung.de/desktopmodules/gkalist/api/excel/77470fad-5041-43ba-8cbb-1644b314cf2e
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Zitiervorschrift:
AG Geologie: Geologische Kartieranleitung, Ausfällungsbildungen; 04.09.2023.- Online im Internet: https://www.geokartieranleitung.de/Fachliche-Grundlagen/Genese-und-Geogenese/Geogenetische-Definition/Lockergesteine/entry/77470fad-5041-43ba-8cbb-1644b314cf2e/mid/3427, Abrufdatum 21.04.2024 um 07:55 Uhr.
(Letzte Aktualisierung dieser Seite: Last update : 04.09.2023 10:21:46)
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