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  Glossar
Fachliche Grundlagen > Genese und Geogenese > Geogenetische Definition > Lockergesteine

Windwatt

Liste Geogenetische Definitionen für Lockergesteine

Überbegriffe Meeres- und Küstenablagerungen > Küstenablagerungen > Vorstrandablagerungen (Schorre)

Unterbegriffe -

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Status gültig
Kürzel wiwa
Erläuterung Durch Windeinwirkung zeitweilig trockenfallende Flachwasserbereiche der Ostsee
Synonyme

Kategorisierung geomorphologisch, petrogenetisch
Englisch Windwatt
Zusammensetzung / Merkmale Als Windwatten werden sporadisch trockenfallende Flachwasserzonen (→ Vorstrandablagerungen (Schorre)) der Ostsee bezeichnet. Ein Windwatt ist jener Teil des Vorstrandbereiches, der infolge Windeinwirkung zeitweilig (ca. 10 Tage pro Jahr) trocken fällt.
Windwatten liegen im Bereich von + 0,1 m bis - 0,5 m NHN. Zur offenen See hin exponierte Windwatten bestehen aus schluffigen Feinsanden. Sie sind vegetationsfrei und können nur zeitweise von wenigen benthischen Arten besiedelt werden. Geschützte Windwatten (z. B. auf der Leeseite von Nehrungen) mit schlickig-sandigen Substraten weisen lokal eine Wasserpflanzenvegetation auf oder sind von Blau- und Kieselalgen überzogen. Das Makrozoobenthos kann eine hohe Besiedlungsdichte erreichen.
Entstehung Anders als im Wattenmeer der Nordsee steuern nicht Ebbe und Flut die Hydrodynamik in den Flachwasserzonen der Ostsee. Hier werden aperiodische Wasserstandsänderungen durch Großwetterlagen mit bestimmten Windrichtungen hervorgerufen. Bei starken ablandigen Winden wird das Wasser aus den Bodden und Vorstrandbereichen hinaus in die offene See gedrückt, so dass sich einige besonders flache Bereiche zeitweilig oberhalb des Wasserspiegels befinden. Dieses Wasser fließt erst dann zurück, wenn der Wind wieder landwärts dreht.
Bildungsprozess Sedimentation
aquatisch-klastisch
Bildungsraum litoral
Bildungsmilieu sedimentär
• marines bis brackisches Bewegtwasser
Abgrenzung
  • Haken: Haken entstehen durch küstenparallele Umlagerungsprozesse und Sandanhäufung oberhalb der Wasserlinie. Haken sind lang gestreckte, teils gebogene Sandrücken, die häufig an einem Landvorsprung ansetzen.
Anmerkung Ausgeprägte Windwatten treten an Anlandungsküsten (→ Haken, → Nehrung) und auf der Schorre der inneren (Bodden) und äußeren Küstengewässer der Ostsee auf.
Literatur INSTITUT FÜR ANGEWANDTE ÖKOSYSTEMFORSCHUNG GMBH (2011): 1140 Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt. – 9 S., www.lung.mv-regierung.de/dateien/ffh_sb_lrt_1140.pdf
NAUMANN, M. & LAMPE, R. (2008): Neue Vorstellungen zur Genese der südbaltischen Nehrungen, erläutert am Beispiel Darss - Zingst - Hiddensee. – Abhandlungen der Geologischen Bundesanstalt, 62: 207–210.
REIMANN, T., NAUMANN, M., TSUKAMOTO, S. & FRECHEN, M. (2010): Luminescence dating of coastal sediments from the Baltic Sea coastal barrier-spit Darss-Zingst, NE Germany. – Geomorphology, 122: 264–273.
REINECK, H.-E. & SINGH, I. B. (1980): Depositional Sedimentary Environments. 2nd edition. – 551 p.; Berlin, Heidelberg, New York (Springer).
Bearbeitung Erstbearbeitung: OBST, K., SCHWARZ, C., KAUFHOLD, H., GRUBE, A. (2020)

Abbildung 1
Windwatt nördlich der Insel Bock im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Mecklenburg-Vorpommern. (Foto: REINICKE, R., 2014).

Inspire Code
Genutzt für BoreholeML Nein
Begriffs-ID 330
Eltern-ID 329
Hierarchie 4
Änderungsdatum 12.03.2021

Link https://www.geokartieranleitung.de/desktopmodules/gkalist/api/40395b1e-7415-4404-b3b1-74821401ce06
Excel https://www.geokartieranleitung.de/desktopmodules/gkalist/api/excel/40395b1e-7415-4404-b3b1-74821401ce06
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Zitiervorschrift:
AG Geologie: Geologische Kartieranleitung, Windwatt; 04.09.2023.- Online im Internet: https://www.geokartieranleitung.de/Fachliche-Grundlagen/Genese-und-Geogenese/Geogenetische-Definition/Lockergesteine/entry/40395b1e-7415-4404-b3b1-74821401ce06/mid/3427, Abrufdatum 30.05.2024 um 11:16 Uhr.
(Letzte Aktualisierung dieser Seite: Last update : 04.09.2023 10:21:46)
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