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  Glossar
Fachliche Grundlagen > Genese und Geogenese > Geogenetische Definition > Lockergesteine

Höhlenablagerungen

Einleitung (Glaser, S., Katzschmann, L. & Steuerwald, K. 2019)

Höhlenablagerungen wurden in dem Jahrbuch A112 bislang nicht beschrieben. Der Grund dafür kann in dem Ablagerungsprozess gesehen worden sein, der sich in Höhlen nicht grundsätzlich von den Prozessen an der Erdoberfläche unterscheidet. Da aber mit dieser Fassung auch der geogenetische Prozess und der Bildungsraum sowie das Bildungsmilieu betrachtet werden, ist es gerechtfertigt, dass Höhlensedimente als gesonderte Gruppe ausgehalten werden.

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Liste Geogenetische Definitionen für Lockergesteine
Vorgänger Höhlenablagerungen (Version 1)

Überbegriffe -

Unterbegriffe klastische Höhlenablagerungen
polygenetische Höhlenablagerungen
chemische Höhlenablagerungen
biogene Höhlenablagerungen
anthropogene Höhlenablagerungen

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Status gültig
Kürzel ho
Erläuterung Klastische Ablagerungen oder Ausfällungsbildungen in größeren unterirdischen Hohlräumen
Synonyme Höhlensedimente, speläogene Sedimente

Kategorisierung petrogenetisch
Englisch Cave (interior) deposits, cave sediments, cavern accumulation speleogene (am.)
Zusammensetzung / Merkmale Polygenetische, klastische, chemische, biogene und künstliche Sedimente unterschiedlicher Korngrößenzusammensetzung. Die lithologische Variabilität reicht von kaum sortierten, eckigen klastischen Grobsedimenten in Grus- bis Blockkorngröße über Kiessande oder Tone bis hin zu Guano, Eis, Höhlensinterkalkstein, Überzügen oder Hausmüll-Komponenten sowie allen Übergängen untereinander.
Entstehung Sedimente, die innerhalb einer Höhle, einer Spalte und/oder eines künstlichen Hohlraums entstanden sind oder von außen eingebracht wurden. Die einzelnen Sedimente entstehen dabei u. a. durch Ausfällungen/Kristallisation, residuale Anreicherung, gravitative Massenbewegung, fluviatilen Transport, natürliche Einwehung und Einschwemmung und/oder durch Eintragungen von Mensch und Tier.
Bildungsprozess klastisch
präzipitär
fluvial
limnisch
gravitativ
biogen
äolisch
solifluktiv
• chemisch
anthropogen
Bildungsraum • Höhlenraum inklusive Höhleneingangsbereich
künstlicher Hohlraum
Spalte
Bildungsmilieu subterran
sedimentär
Abgrenzung Höhlensedimente werden aus bildungsräumlichem Zusammenhang als eigene Gruppe gelistet. Einzelne Höhlenablagerungen können aber auch den unten aufgeführten Ablagerungsformen zugeordnet werden:
• Ausfällungsgesteine
Fluss- und Seeablagerungen
• Verwitterungs- und Rückstandbildungen
künstliche Ablagerungen
Umlagerungsbildungen
Anmerkung Begriffliche Definition und Untergliederung der natürlichen Höhlen entsprechen BICHLER ET AL. (i.V.):
  • Höhle: Natürlicher unterirdischer Hohlraum, der für den Menschen befahrbare Ausmaße hat.
  • Erosionshöhle: Durch mechanische Erosion und/oder Verwitterung entstandene Höhle, die in jedem Gestein entstehen kann.
  • Halbhöhle: Meist durch Erosion entstandene Höhle, die in der Regel breiter ist als tief und keine lichtlosen Bereiche aufweist.
  • Karsthöhle: Durch chemische (und mechanische) Lösung wasserlöslicher Gesteine entstandene Höhle.
  • Spalthöhle: Durch gravitative Massenbewegung entstandene Höhle.
  • Talushöhle: Höhle, die in den Zwischenräumen von aneinandergrenzenden Blöcken einer Hangablagerung entwickelt ist.
Unter Höhlenablagerungen werden auch Ablagerungen in künstlichen Hohlräumen (Stollen, Strecken, Bunker etc.) subsummiert.
Literatur BICHLER, M.; REITNER, J.M.; LOTTER, M. & SCHOBER, A. (I. V.): Begriffskataloge der Geologischen Landesaufnahme für Quartär und Massenbewegungen in Österreich. – Jahrbuch 2020. Wien (Geologische Bundesanstalt).
BÖGLI, A. (1978): Karsthydrographie und physische Speläologie. – 292 S.; Berlin u. a. (Springer).
FORD, D. & WILLIAMS, P. (1989): Karst Geomorphology and Hydrology. – 601 S.; London u. a. (Chapman & Hall).
HÄUSLEMANN, P. (2007): Speläo-Merkblätter C31 – Sedimente in Höhlen. – Verband Österreichischer Höhlenforscher (VÖH).
HINDERER, E. & STRAUB, R. & UFRECHT, W. (2009): Verbreitung und Tiefenlage von Unterwassertropfsteinen und Kleinformen in der Blautopfhöhle. – 27 S.; Laichingen.
HILL, C. & FORTI, P. (1997): Cave Minerals of the World (Second Edition). – 463 S.; Huntsville (National Speleological Society).
MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch. – 220 S.; Heidelberg (Spektrum).
SPÖTL, C. (2005): Speläo-Merkblätter C33 – Höhlensinter. – Verband Österreichischer Höhlenforscher (VÖH).
TRAPPE, M. (2011): Sedimentpetrographie, Gliederung und Genese von Karstsedimenten, dargestellt am Beispiel der Südlichen Frankenalb. – Relief, Boden, Paläoklima, 25: 195 S.; Stuttgart (Borntraeger).
Bearbeitung Erstbearbeitung: STEUERWALD, K., GLASER, S., KATZSCHMANN, L. & FRANZ, M. (2019)

Inspire Code
Genutzt für BoreholeML Ja
Begriffs-ID 226
Eltern-ID
Hierarchie 1
Änderungsdatum 01.12.2020

Link https://www.geokartieranleitung.de/desktopmodules/gkalist/api/d46a9293-e41d-4d2f-8404-750bc38f0a06
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Zitiervorschrift:
AG Geologie: Geologische Kartieranleitung, Höhlenablagerungen; 04.09.2023.- Online im Internet: https://www.geokartieranleitung.de/Fachliche-Grundlagen/Genese-und-Geogenese/Geogenetische-Definition/Lockergesteine/entry/d46a9293-e41d-4d2f-8404-750bc38f0a06/mid/3427, Abrufdatum 21.04.2024 um 08:02 Uhr.
(Letzte Aktualisierung dieser Seite: Last update : 04.09.2023 10:21:46)
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